Der „unsichtbare“ und so bezaubernde Luchs

Ich habe niemals bemerkt, woher er gekommen ist. Als ich ihn aber erblickte, saß er schon vor mir.

Der Luchs (Lynx Lynx)

So ist der Luchs (Lynx Lynx), die geheimnisvollste Raubkatze unserer Natur. Meine ersten Erfahrungen mit diesem Raubtier sind fast 15 Jahre alt. Damals war es noch ohne eine Kamera, nur mit einem Fernrohr in der Hand. Es waren die Zeiten des ersten Spurenlesens und des Verzeichnens der Zeiten und Orte seiner Wanderwege. Das Lesen der Aufenthaltsmerkmale war für mich noch ziemlich fremd gewesen.

Mit der Zeit haben sich die Erfahrungen gehäuft und die gemeinsamen Begegnungen haben in den 15 Jahren fast die 40-Marke erreicht. Ich achte jedes Treffen mit diesem Wesen hoch und behalte es als lebhafte Erinnerung in meinem Gedächtnis. Ich persönlich achte beim Fotografieren eines Luchses nicht auf die technischen Parameter der Aufnahmen, sondern vielmehr auf den ganzen „Werdegang“ des Fotografen, bis er zu dieser wertvollen Begegnung herangewachsen ist. Hinter so einer Aufnahme verbergen sich jahrelange Beobachtungen, Erkennungen und Tausende von Gedanken der Art – Wieso? Wann? Wo? und Wie?.

Der Luchs (Lynx Lynx)

Seit der Begegnung mit dieser Familie sind ungefähr 10 Jahre vergangen. Als ich sie erblickte, ruhten sie sich am Waldesrand aus. Ich ließ mich auf einem Baumstumpf nieder und beobachtete, wie sich die beiden Kätzchen zu ihrer Mutter kuschelten. Ich saß dort zwei Stunden lang, doch die Luchse hatte keine Absicht, sich weg zu bewegen. Ab und zu hat sich eins der beiden Jungen auf die andere Seite umgewälzt. Als schließlich die Dämmerung einbrach, fing die Familie an, langsam aus ihrem Schlummer zu erwachen – und bot mir somit die Gelegenheit an, diese wundervollen Wesen zu fotografieren. Ich blieb bis zur völligen Dunkelheit auf meinem Platz, bis die Luchse im Dickicht verschwunden sind. Dann packte ich meine Sachen und nahm den Weg nach Hause.

Der Luchs (Lynx Lynx)

Die Geschichte auf dem Bergkamm hat sich kurz vor Weihnachten abgespielt. Aus diesem Grund nehme ich das als Geschenk wahr. Die Spuren auf dem Bergkamm haben darauf hingedeutet, dass sich der Luchs schon längere Zeit auf dem steilen und steinigen Bergkamm aufgehalten hat. In den Wintermonaten Dezember und Januar kann man nicht sehr lange in den tatraner Wäldern rumsitzen. Die Temperaturen halten sich tagsüber ziemlich niedrig und am Abend zeigt sich auch der Frost, der im Wald heftig zu spüren ist. Wir sind mit einem Freund vom Bergkamm abgestiegen – wieder einmal mit leeren Händen. Vor uns stand der letzte Abschnitt des steilen Hanges, als ich auf einmal einen Luchs gesichtet habe. Ich weiß nicht, woher er gekommen ist, aber auf einmal stand der vor mir. Ich legte den Kamerasucher zum Auge und machte einige Aufnahmen, bis der Luchs den Kamm überquerte und in der Dunkelheit verschwunden ist.

Der Luchs (Lynx Lynx)

Ich habe den Luchs fast eine Stunde lang beobachtet. Es waten genau 52 Minuten. In dieser Geschichte bescherte mir die Natur eins der größten Erlebnisse meines Lebens. Es fing mit der Suche nach einem geeigneten Platz zum Fotografieren von Rehböcken an. Ich suchte eine kleine Wiese, wo frisches Gras wuchs, das dem Rehwild besonders gut schmeckte. Als ich endlich so eine Wiese gefunden habe, begann ich sie zu besuchen und zu beobachten. Nach fünf Versuchen, wo ich völlig getarnt am Wiesenrand saß, habe ich kein einziges Haar gesehen. Ich war gerade am Grübeln, dass ich den Standort wechseln würde. Eines Morgens, als ich wieder leer ausgegangen bin und ich den Heimweg einschlagen wollte, habe ich an einem kleinen Wanderweg eine frische Luchsspur gefunden. Ich strahlte im Gesicht – gleich waren all die vergeblichen Versuche vergessen. Alles ging wieder von Anfang an los. Bei den ersten Ansätzen war ich hoch konzentriert und ich ließ die Wiese nicht aus den Augen. Als aber innerhalb von drei Wochen siebenmal der Erfolg ausblieb, habe ich die Hoffnung bereits verloren. Ich beschloss es noch fünfmal zu versuchen. Leider ist es mir nicht gelungen, in der kommenden Woche meine Wiese zu besuchen. Schließlich sind zwei Wochen vergangen, bis ich abends meinen elften Versuch gewagt habe. Und gerade diese Ziffer erwies sich als „die Glückszahl“. Der Luchs kam auf die Wiese, setzte sich auf eine Wurzel eines windbrüchigen Baumes und beobachtete die Gegend.

Der Luchs (Lynx Lynx)

Ich stand zur Stelle, perfekt getarnt, und versuchte den Luchs zu fotografieren und zu filmen. Er saß dort etwa 20 Minuten, dann ist er auf eine andere Wurzel umgestiegen, setzte sich wieder und zum Schluss hat er sich sogar niedergelegt.

Der Luchs (Lynx Lynx)

Ich glaubte meinen Augen nicht: 30 Meter von mir liegt ein Luchs, gähnt vor sich hin, schließt die Augen und schläft für einige Augenblicke ein.

Der Luchs (Lynx Lynx)

Im Blog sind drei Geschichten niedergeschrieben, die ich mit euch teilen wollte. Alle Begegnungen mit den Luchsen, die ich erleben konnte, ereigneten sich in den Wäldern der Grundstückgemeinschaften (Urbare) Spišská Teplica und Šuňava.

Ich habe niemals Luchse in einer Reservation, ggf. einem Biotop, das dem Naturschutzgesetz untergeordnet ist, aufgespürt und beobachtet.

Der Luchs (Lynx Lynx)


Übersetzung : Mgr. Lukáš Chlebina https://pretlm.webnode.sk/

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